Nach fast 3 Jahren Pause…

…ist es Zeit dieses Blog wieder aufleben zu lassen.

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Als ich das Projekt „Hilfe für den Fuchshof“ ins Leben gerufen habe, war ich voller Wut und Ärger und getrieben von dem Wunsch die A 20 zu verhindern. Ich habe mich voll in die Thematik hinein gestürzt und mich nahezu jeden Tag damit beschäftigt.
Und ich muss sagen: Sich tagtäglich mit einem derart destruktiven Thema auseinander zu setzen, täglich mit der Absurdität dieses Vorhabens konfrontiert zu sein und dabei immer darüber nachzugrübeln, ob und wann und wie das alles negativen Einfluss auf das eigene Leben nehmen könnte – das geht extrem an die Substanz und ist auf Dauer alles andere als gesund.
Für mich war daher eine Pause dringend nötig. Und aus der Pause wurde Verdrängung.
Nicht mehr an das denken, was einem schlechte Gefühle bereitet, auf andere Dinge konzentrieren, die positive Energie geben. Leider kommt Verdrängung irgendwann an ihre Grenzen – wenn die Realität anklopft und daran erinnert, dass sie nunmal existiert und sich nicht wegdenken lässt. Und da die Realität so aussieht, dass Lobbyisten mit aller Kraft an der Durchsetzung der Autobahn arbeiten und es, meiner Meinung nach, mehr Gegenstimmen braucht, ist es Zeit den Mund wieder aufzumachen. So schwer das auch fällt.

Ein weiterer Punkt hat mich davon abgehalten das Projekt wieder aufzugreifen. Meine Arbeit. Ich bin Journalistin und als solche sehe ich es als meine Aufgabe möglichst objektiv über Dinge zu berichten. Mit Blick auf die A 20 bin ich ganz klar befangen. Ich mache mich mit einer Sache gemein – dem Versuch diese Autobahn zu verhindern. Dafür nutze ich mein journalistisches Handwerkszeug.
Das widerstrebt mir. Ich will nicht als Lobbyist meiner Sache auftreten, als Aktivistin, weil ich das Gefühl habe mich damit angreifbar zu machen. „Schaut mal, da nimmt die Büüsker doch ganz klar Stellung zu einer Sache, dann ist die doch bei anderen Dingen auch nicht unabhängig!“ – vor solchen Verurteilungen graut mir. Aber getreu des norddeutschen Lebensmottos „Hilft ja nu nix“, auch bekannt als „muss ja“ – von alleine wird’s nicht besser. Also entweder ich beteilige mich am Widerstand gegen die Autobahn oder ich muss damit leben, dass sie gebaut wird. Danke, nein. Dann lasse ich mich lieber ob meiner Befangenheit verurteilen und in falsche Schubladen stecken.
Ein kurzer Disclaimer macht künftig auf diesen Widerspruch in mir aufmerksam – ein Versuch der Transparenz.

Nun heißt es: Das Blog wieder auf Vordermann bringen. Die Seiten wurden bereits grob überarbeitet, neue Inhalte folgen dann Stück für Stück. Facebook und Twitter sind auch wieder mit dabei.

Wir sehen uns.

Diskussion mit Anton Hofreiter

„A20 – Segen oder Fluch?“ – unter diesem Titel wird morgen Abend (19.08.) im Gasthof Jabben in Südbollenhagen diskutiert werden. Zu Gast ist dort Anton Hofreiter, der Vorsitzende des Verkehrssausschusses im Deutschen Bundestag. Zunächst wird er einen Vortrag halten, anschließend besteht die Möglichkeit Fragen zu stellen. Im Rahmen der Veranstaltung soll unter anderem die Frage nach der möglichen Finanzierung besprochen werden, aber auch die Neukonzeption des Bundesverkehrswegeplans und die möglichen Auswirkungen für die A20.

Beginn ist um 20 Uhr im Gasthof Jabben, Bollenhagener Straße 68, 26349 Jade.

Deutschlands Investitionen in Infrastruktur

An der Rader Hochbrücke über den Nord-Ostsee-Kanal ging an diesem Wochenende teilweise nichts mehr. Urlauber auf der Rückreise durften stundenlang im Stau warten. Wegen Bauarbeiten ist die Brücke zurzeit für PKW nämlich nur einspurig befahrbar. LKW über 7,5 Tonnen dürfen die Brücke gar nicht nutzen.
Die Brücke wird damit zu einem schönen Beispiel für den aktuellen Verfall der deutschen Infrastruktur. Diesem widmet sich auch das Deutschlandradio in seinem „Hintergrund“ vom 31.07. Autor Theo Geers zeigt darin am Beispiel der Leverkusener Rheinbrücke, was passiert, wenn ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt zu marode wird, weil über Jahre wichtige Investitionen verschleppt wurden. Die Brücke musste Anfang des Jahres für mehrere Monate gesperrt werden, weil sie aufgrund ihrer Schäden zu einer Gefahr wurde. Repariert sind seitdem nur die gröbsten Macken.
Nachzuhören und zu lesen hier: http://www.dradio.de/dlf/sendungen/hintergrundpolitik/2198906/

Das Fazit der Sendung: Deutschland stellt deutlich zu wenig Geld zur Verfügung, um die Infrastruktur tatsächlich leistungsfähig zu halten. Autor Geers kommt zu dem Schluss, dass seit Jahren sehr gleich bleibend in die Infrastruktur investiert wurde: Rund 10 Milliarden Euro pro Jahr. Das sei deutlich zu wenig. Zusätzliche Investitionen der vergangenen Jahre, beispielsweise aus dem Konjunkturprogramm im Zuge der Wirtschaftskrise, hätten lediglich Lücken der vergangenen Jahre geschlossen, aber keine neuen Impulse gebracht. Es fehle an allen Ecken.

Vor dem Hintergrund solcher Zahlen und Entwicklungen erscheint es noch utopischer ein Projekt wie die Küstenautobahn (für die rund 2,5 Milliarden Euro veranschlagt werden, den Elbtunnel ausgenommen) realisieren zu wollen. Zumal der desolate Zustand der Infrastruktur negative Konsequenzen für die Wirtschaft haben könnte, wie das Beispiel Rheinbrücke zeigt. Örtlich ansässige Unternehmen würden es sich überlegen, ob sie weiter an einem Standort investieren, dessen Verkehrsanbindung nicht gesichert ist, so Ernst Grigat, Unternehmer aus der Region, in der Sendung des Deutschlandradios.

Diskussion zur A20

Am 26. August laden die Grünen zu einer Informations- und Diskussionsveranstaltung rund um das Thema Küstenautobahn ein. Offenbar hat die Partei erkannt, dass sie sich hier in der Region unter den Autobahngegnern mit dem aktuellen Koalitionsvertrag nicht unbedingt Freunde gemacht hat. In der Einladung heißt es: „Wir GRÜNEN haben für den Koalitionsvertrag viel Schelte gekriegt. Darin geht es in Bezug auf Straßen zwar um Erhalt statt Neubau, darum, die Planungen u.a. zur A20 nur mit eingeschränktem Mitteleinsatz
weiterzuführen, und um höchsten Verkehrsnutzen bei möglichst geringer Belastung von Mensch und Natur. Vielen waren und sind diese Aussagen allerdings zu vage, und sie fragen sich, wie viel davon übrig bleibt, wenn es hart auf hart kommt.“
Es dürfte daher durchaus interessant werden, was die beiden grünen Landtagsabgeordneten Susanne Menge und Thomas Schremmer zum aktuellen Stand in Hannover und der Zusammenarbeit mit den Autobahnbefürwortern der SPD berichten werden – und vor allem wie sie sich gegenüber kritischen Fragen verhalten werden.
Ein sehr interessanter Termin für alle Autobahngegner.

Schwarz-gelbes Wahlkampfgetöse

Wir sind mitten drin im Wahlkampf, da greift man gerne mal nach den Sternen. So auch die aktuelle Bundesregierung. Sie möchte nämlich im kommenden Jahr das Ausschreibungsverfahren für den Elbtunnel beginnen, berichtet die Taz.
http://www.taz.de/Immer-Aerger-mit-der-A-20/!119798/

Der Tunnel soll zum Teil privatwirtschaftlich finanziert werden, d.h. er würde in jedem Fall mautpflichtig werden.
Diese Ankündigung erscheint vor allem deshalb verwirrend, da für den Autobahnbau selbst nach wie vor keine finanziellen Mittel zur Verfügung stehen. Immerhin steht die A20 im aktuellen Bundesverkehrswegeplan nicht im vordringlichen Bedarf. Dies könnte sich jedoch bis 2015 ändern. Bis dahin wird ein neuer Plan erarbeitet.

Der Verkehr der Zukunft

Der SWR beschäftigt sich in einer ganzen Sendungsreihe mit dem Verkehr der Zukunft. In Ausgabe 5 nimmt Autor Helmut Frei die Planung von Verkehrsprojekten unter die Lupe.
Sein Fokus liegt dabei auf Bahnstrecken und Autobahnen sowie alternativen Möglichkeiten der Zukunft.
http://www.swr.de/swr2/programm/sendungen/radioakademie/verkehr/hoerbar/-/id=11247034/nid=11247034/did=11229876/1eat5eo/index.html

Frei zeigt in seiner Sendung anhand von konkreten Beispielen, wie der Nutzen von Großprojekten oft im Vorfeld schön gerechnet wird, während die Kosten vorab „herunter fantasiert“ werden.
Während es im ersten Teil der Sendung vor allem um Bahnprojekte geht, wird ab Minute 9 die Straßensituation in Deutschland thematisiert. Zuvor stellt der Autor fest, welche Wichtigkeit das Auto in Deutschland hat. Es erscheint „als Teil des lebendigen Organismus der Gesellschaft. Als sei es eine Prothese, die den Aktionsradius ihres Besitzers erweitert.“
Und diese „Prothese“ kann von den meisten Bundesbürgern auch recht komfortabel genutzt werden. Mit Blick auf die Geschichte des Autobahnausbaus stellt der Autor nämlich fest, dass inzwischen 94% der Bundesbürger eine Autobahnauffahrt innerhalb von 30 Minuten erreichen. Das heißt, das Fernstraßennetz in Deutschland ist flächendeckend ausgebaut.

Die Sendung dauert rund 27 Minuten und kann sowohl online gehört werden, als auch heruntergeladen werden.